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Jörg Howe, Globaler Kommunikationschef der Daimler AG

„Die Automobilindustrie ist essenziell für den Wunsch des Menschen nach Mobilität."

Comunicazione, Personaggi di Susanne Vogl

20 maggio 2020

In der ersten Maiwoche hatte ich Gelegenheit mit Jörg Howe, dem globalen Kommunikationschef der Daimler AG zu sprechen.

 

Auch wenn sich die Internetverbindung zwischen Rom und Stuttgart nicht als besonders standfest erwies, konnten wir trotzdem ein sehr spannendes Gespräch über seinen beruflichen Werdegang, die Herausforderungen der aktuellen Situation und die Zukunft der Automobilindustrie führen.

 

Jörg Howe, geboren im Jahr 1957 und seit 2008 bei Mercedes, weist eine Vita auf, die vielfältiger nicht sein könnte. Nach einem Lehrgangsstudium für Geschichte, Anglistik und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg wurde im schnell klar, dass seine Leidenschaft die Medien sind. Ein Auslandsaufenthalt in einem Zentrum für junge Journalisten in Paris brachte Klarheit, er wollte Journalist werden.

Um beim Norddeutschen Rundfunk einzusteigen, gab er den Job als Lehrer auf. Er sammelte Berufserfahrung bei der Tagesschau und als Leiter der Nachrichtenredaktion bei Sat.1. Als nächstes folgte ein persönlicher Höhepunkt beim Mitteldeutschen Rundfunk:

Die Entwicklung eines neuen TV-Formats, dem Boulevardmagazin „Brisant“. Jörg Howe erinnert sich folgendermaßen:

Das erste Sendekonzept haben wir damals auf einen Bierdeckel geschrieben, den ich bis heute noch aufbewahre. Das Magazin läuft seit 25 Jahren 6 Tage die Woche in der ARD und macht mich immer noch sehr stolz.

Darauf folgten weitere wertvolle Berufserfahrungen wie die Arbeit als Chefredakteur bei Sat.1, in der Unternehmenskommunikation bei Karstadt und dann am 1.10.2008 der Antritt als Leiter der globalen Kommunikation bei Daimler.

Am Anfang dachte ich, ich halte das keine zwei Jahre aus, jetzt bin ich schon seit 12 Jahren hier und das sehr, sehr gerne.

 

Photo by Sam McGhee on Unsplash
Photo by Sam McGhee on Unsplash

 

Dabei konnte er sich nicht vorstellen, einmal mit solchen Herausforderungen wie derzeit durch die Pandemie mit Covid-19 konfrontiert zu sein.

 

Mich hat natürlich besonders interessiert wie sich die Veränderungen, die aufgrund des Coronavirus den Arbeitsalltag von Herrn Howe sowie den aller Angestellten der Daimler AG betreffen, gestalten und welche Maßnahmen angewendet werden, um die Angestellten zu schützen, aber gleichwohl produktiv zu bleiben.

«Jeden Morgen um 8.45 Uhr halten wir unsere Morgenkonferenz. Ich erwarte von jedem Mitarbeiter, dass er teilnimmt, um informiert zu sein. Neben meinen Informationen, die ich zur aktuellen Lage gebe, bin ich auch darauf angewiesen, dass jeder Bereich zur Sprache kommt.

Ein Teil unserer Mitarbeiter befindet sich momentan in Kurzarbeit, die wir jetzt aber nach und nach wieder zurückholen, da wir mit unseren laufenden Projekten wahnsinnig viel zu tun haben.

Vor allem für Mitarbeiter mit Kindern ist es oft belastend von zu Hause zu arbeiten, deswegen wollen wir so schnell wie möglich wieder für alle die Möglichkeit bieten, wieder ins Büro zu kommen, aber natürlich mit Maske und Sicherheitsabstand

 

 

Viele Automobilkonzerne haben aufgrund der “Notsituation Coronavirus” ihre Produktion umgestellt. Auch Mercedes sprach von der Bereitstellung von 3D-Druckern, um medizinische Geräte herzustellen. Konnte das Projekt verwirklicht werden?

«Gleich zu Beginn der Krise haben wir 110.000 Masken an die Bevölkerung gespendet. Wir haben diese vorrätig, weil wir sie in unserer Produktion benötigen.

In England konnten wir gemeinsam mit unserem Formel1-Team einen Auftrag des National Health Service für 10.000 „einfachere“ Beatmungsgeräte innerhalb weniger Tage erfüllen.

Hier in Deutschland haben wir mit Hilfe unserer 3D-Drucker ein spezifisches Bestandteil von Beatmungsgeräten produziert, von dem wir nach Bedarf 3000 pro Woche fertigen können. Die ersten 2.500 haben wir an das Land Rheinland-Pfalz geliefert, wo wir einen großen Produktionsstandort haben.»

 

Photo by Tonik on Unsplash
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Die richtigen Worte informieren, inspirieren, übernehmen Verantwortung und kreieren Gemeinschaftssinn. Die falschen Worte streuen Angst, Hass und Egoismus. In Ausnahmesituationen sowie jener, in der wir uns momentan befinden, ist es besonders wichtig, eine angemessene Kommunikationsstrategie vorzuweisen, um die Situation mit Sorgfalt zu bewältigen. Da die Worte, die wir wählen, den Verlauf der Dinge beeinflussen können.

Wie wurde der richtige Ton in der Kommunikation zu Ihren Kunden gewählt? Gibt es neue Marketingprojekte oder Ideen, über die sie uns erzählen möchten, auch um die italienische Gesellschaft zu inspirieren?

«Da fällt mir sofort unsere Initiative „Be a Mover“ ein, die wir mit verschiedenen Künstlern und Schauspielern realisieren. Dadurch konnte bereits ein Konzert im Innenhof eines Berliner Pflegeheims veranstaltet werden, um Menschen, die in relativ großer Isolation leben, einen schönen Nachmittag zu bereiten.»

«Über unsere Social-Media Kanäle promoten wir seit dem 19. März das Projekt „Donate our Reach“. Wir nutzen unsere globale Reichweite, um sachliche Informationen zu Covid-19 zu geben.»

Dadurch konnten wir bisher 400 Millionen Menschen erreichen.

«Bereits gebuchte Werbeflächen im TV und Online wurden kurzfristig umgewidmet, um allen Alltagshelden und allen, die zu Hause geblieben sind, ein Dankeschön auszusprechen.»

 

«Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Kommunikationsmodelle nach den regionalen Märkten. Die Kommunikation, die wir für Europa nutzen, unterliegt nicht zwingend denselben Maßgaben, die wir in China ansetzen.

China ist das erste Land, in dem der Markt sich wieder normalisiert, dort beginnen wir nun wieder mit den klassischen Kommunikationsformen und Inhalten, sei es elektronisch oder Print.»

 

«Für unsere interne Kommunikation nutzen wir eine Social-Intranet Plattform, durch die wir permanent unsere Mitarbeiter weltweit informieren. Hier stehen die neuesten Informationen von Fachleuten zu Covid-19 zur Verfügung.»

Dieses System ist für uns sehr wichtig, damit wir bei alledem, was wir an Kommunikation nach außen richten, die eigenen Leute nicht vergessen.

 

Mercedes - Daimler - Comunicazione

 

Die Automobilbranche durchlebt momentan tiefgreifende Veränderungen hinsichtlich Elektrifizierung, Autopilot oder Emissionsreduzierung. Wie sollte Ihrer Meinung nach, das ideale Auto der Zukunft ausschauen?

«Meine Vorstellung vom idealen Auto der Zukunft ist ein Hybrid-Fahrzeug, das in den Städten überwiegend elektrisch bewegt wird, gleichzeitig aber durch einen schadstoffarmen Verbrenner auch weite Strecken zurücklegen kann, falls noch keine Infrastruktur zur Aufladung vorhanden ist.

Das ideale Auto muss autonom fahren können – da sind wir schon jetzt auf dem richtigen Weg -, so dass das Fahrerlebnis ein sehr entspanntes sein kann, aber trotzdem die Möglichkeit besteht, selbst einzugreifen und das Steuer zu übernehmen, wenn man Lust darauf hat.

Das wäre mein Auto.

Die neue S-Klasse, die wir im Herbst präsentieren werden, kommt meiner Vorstellung schon sehr nahe. Ein weiteres sehr spannendes Konzept einer elektrischen S-Klasse folgt im darauffolgenden Jahr. Das werden zwei Fahrzeuge sein, die meiner Idealvorstellung sehr nah kommen.

Momentan fahre ich eine G-Klasse, also eigentlich ein eher antiquiertes Modell, das mir aber sehr viel Freude bereitet.»

 

 

Wird sich die globale Mobilität aufgrund des Auftretens des Covid-19 langfristig verändern? Kann man noch von nachhaltiger Mobilität sprechen oder muss der Begriff Mobilität neu definiert werden? Welche „Lehren“ zieht die Automobilindustrie aus dieser Notfallsituation, um auch in Zukunft gesellschaftsrelevant zu sein?

«Die Automobilindustrie ist essenziell für den Wunsch des Menschen nach Mobilität.

Das Auto hat uns die Möglichkeit gegeben, individuelle Mobilität in bis dahin nicht gekanntem Ausmaß zu erleben und zu nutzen.

Aufgrund des Coronavirus steht die Branche vor einer neuen Herausforderung:

Der Wunsch nach einer sicheren – virenfreien – Mobilität.

Menschen wollen sich geborgen fühlen. Das bedeutet für uns, dass wir Autos mit Virenfilter entwickeln, um dem Menschen das Gefühl der Sicherheit zu geben.

Zudem müssen innovative Systeme den Menschen vor Unfällen schützen. Diese Aspekte werden in naher Zukunft wichtig sein und unsere Industrie nachhaltig beeinflussen.

Gleichzeitig wird der Wunsch nach nachhaltigen Antriebssystemen, die die Umwelt geringstmöglich belasten, immer stärker. Perspektiven sehen wir im Antrieb durch Wasserstoff, Elektrizität oder im Hybrid.»

 

Photo by Thought Catalog on Unsplash
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Haben sie 3 Tipps für unsere jungen Leser – die genau wie ich Kommunikationswissenschaften studiert haben – wie man am besten vorgehen sollte, um ein Bewerbungsgespräch in einer Firma wie Mercedes zu bekommen?

«Das ist eine gute Frage. Es gibt 1000 Wege. Eine Möglichkeit ist natürlich seine Kontakte zu nutzen. Das wird, solange es Menschen gibt, immer eine wichtige Rolle spielen. Ich persönlich hatte bei meinem Start ins Berufsleben aber auch keine Kontakte und habe es dem Zufall zu verdanken, dass ich die Möglichkeit bekam, beim Norddeutschen Rundfunk zu arbeiten.

Eine andere Möglichkeit könnte es sein, eine außergewöhnliche Email zu schreiben. Dafür sollte man sich im Internet die Kontaktdaten der jeweils Verantwortlichen suchen und diese einfach anschreiben.

Das kann eine freche oder seriöse Mail sein, aber ich würde raten, direkten Kontakt herzustellen und Interesse zu wecken.

Was ich persönlich immer sehr schrecklich finde sind standardisierte Mails, in denen ich bereits einen Lebenslauf und alle zusätzlich notwendigen Dokumente erhalte, von Menschen, die ich bisher noch gar nicht kennengelernt habe.»

 

 

Per tutti i nostri lettori italiani, la versione italiana dell’intervista la trovate qui: Jörg Howe, Responsabile della comunicazione di Daimler.

The English version of our interview you can read here: Jörg Howe – Head of Global Communication at Daimler AG.

 

Susanne Vogl

Nata nel 1997 in Germania, vicino Monaco di Baviera. Laurea in Comunicazione e Science Politiche.
Dopo un semestre all'estero (presso La Sapienza a Roma), non vuole più vivere in Germania: si è troppo innamorata della vita in Italia.
Le piace mangiare gli spaghetti alle vongole, ammirando il tramonto sul mare.
Quando non è impegnata nell'imparare la lingua italiana, è schiava della moda e del sushi.